Die Überwachungsparanoia

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Der beschlossene Angriff auf Datenschutz und Privatsphäre schürt die Angst vor einem aufziehenden Überwachungsstaat — dabei ist dieser längst Realität. Teil 2 von 2.

Bild: Collage mit Foto von Shutterstock.com (B.Dpunkt)

Die Aufregung ist groß: Die jüngst von der Europäischen Union (EU) im dritten Anlauf verabschiedete Chat-Kontrolle erhitzt die Gemüter ebenso wie der am 22. April 2026 verabschiedete Gesetzesentwurf, der Internetanbieter verpflichtet, IP-Adressen und die zugehörigen Port-Nummern für drei Monate vorsorglich zu speichern. Dabei ist die Überwachung und langfristige Speicherung privater Kommunikation im Internet schon seit vielen Jahren traurige Realität. Was gerade in der EU und in Deutschland ganz offiziell geschieht, ist nichts anderes als die schrittweise Legalisierung der Massenüberwachung, welche der „Sicherheitsapparat“ schon seit Jahrzehnten illegal betreibt. Die totale Überwachung kommt nicht mit der Chat-Kontrolle und anderen aktuell aufflackernden Überwachungsmaßnahmen, und sie dient auch nicht primär dem Schutz von Kindern, Jugendlichen und anderen vulnerablen Gruppen. Ginge es um Pädophile und andere Perverse, dann würde man ganz andere Techniken einsetzen und auch die Epstein-Clique rigoros ausräuchern. Die Tatsache, dass das nicht getan wird, zeigt ganz deutlich, dass es um etwas anderes geht — nämlich darum, die totale Überwachung unter dem Vorwand von Schutz und Sicherheit Schritt für Schritt mehrheitsfähig zu machen. Es geht um den Übergang von einer „freundlichen Diktatur“, auch Demokratie genannt, in eine weit weniger freundliche Technokratie, in der die totale Kontrolle des Einzelnen durch künstliche Intelligenz zur „Neuen Normalität“ werden soll. Wer das nicht versteht, lebt in einer Traumwelt.

von Simone Hörrlein

Werkzeuge für den Datenklau und die Rolle der Netzbetreiber

Zum Abfangen und zur Analyse der im Netz kursierenden Rohdaten nutzen Geheimdienste spezialisierte Hardware- und Softwaretools. Der Abgriff erfolgt an strategischen Punkten, wozu Unterseekabel, Internet-Knotenpunkte oder Provider-Zugänge zählen. Es erfolgt zwar keine passive Aufzeichnung des gesamten globalen Internets, aber eine extrem weitmaschige Sammlung von Datenströmen, die durch Filter wie TEMPORA (UK) sowie PRISM, BLARNEY, FAIRWVIEW oder STORMBREW (USA) laufen. Während PRISM „downstream collection” betreibt, also die Daten nicht vom Kabel, sondern direkt von den Servern der Tech-Konzerne abgreift, zapfen die anderen US-Programme die Daten „upstream” an, also direkt an der Infrastruktur wie Glasfaserkabel, Router und Switches. Sobald eine Datenquelle als relevant eingestuft wird, und die Kriterien hierzu sind extrem weit gefasst, werden die Rohdaten in das Verteilernetzwerk STONE GHOST eingespeist und stehen den „5 Eyes” sofort zur Verfügung…

weiter hier: https://www.manova.news/artikel/die-uberwachungsparanoia-2

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